Glossar: Chekhov’s Gun
- asw
- vor 6 Tagen
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Jedes Element, das in einer Geschichte erwähnt wird, muss auch eine Bedeutung haben. Nichts ist zufällig, alles ergibt Sinn und trägt zum großen Bild bei. Zumindest wenn es nach der Regel Chekhov’s Gun geht. Sinngemäß: Wenn im ersten Akt eine Pistole an der Wand hängt, dann muss sie im dritten Akt abgefeuert werden. Ist es sinnvoll die eigene Geschichte derart durchzukonstruieren? Oder wird sie dadurch zu berechenbar? Was gewinnen unsere Romane, wenn wir die Regel befolgen? Und wer war eigentlich Chekhov und wie kam er zu seiner Pistole?
Anton Pavlovich Chekhov war ein russischer Physiker und Autor, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. Er gilt als einer der herausragendsten Autoren von Kurzgeschichten.
In einer Kurzgeschichte haben wir nur wenig Platz für Ortsbeschreibungen, Charaktere und Details. In einem Roman schon ein bisschen mehr. Allerdings gehen uns selbst in einem mehrbändigen Epos irgendwann die Seiten aus, weswegen es sinnvoll ist, sich zu überlegen, welche Elemente wir wirklich brauchen. Hier kommt Chekhov ins Spiel. Denn seine Regel besagt, dass wir den Leser:innen keine falschen Hoffnungen machen sollten, indem wir ihnen Gegenstände oder auch Personen oder Orte zur Hand geben, die keine zentrale Rolle spielen.
Allerdings gibt es auch einige kritische Stimmen zu diesem Konzept. Hemingway beispielsweise betont in seinen Essays scheinbar unwichtige Details, die reichlich Symbolismus enthalten. Andrea Philips sagte, dass die Regel Geschichten farblos und berechenbar mache. Manchmal werden Details einfach verwendet, um das Setting zu beschreiben oder eine Stimmung zu erzeugen.
Mehr zu Chekhov’s Gun gibt es im Glossar-Quickie zum Thema: Keine falschen Versprechungen - Die Schreibregel Chekhov’s gun.


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